Anzeigen und angezeigt werden …

Gepostet am | 13. Januar 2011 | Keine Kommentare

Rechts­strei­tig­kei­ten gehö­ren in der Regel nicht zu mei­nen Hob­bys, aber manch­mal geht es lei­der nicht anders und so habe ich in den letz­ten Wochen die Erfah­rung aus bei­den Per­spek­ti­ven machen dür­fen: in einem Fall habe ich Anzeige erstat­tet, im ande­ren bin ich ange­zeigt worden.

Ange­zeigt wor­den bin ich wegen „Ver­leum­dung im Inter­net” auf­grund eines Ein­trags in die­sem Blog. Von Flo­rian Paet­zel, der moniert, nicht er sei mein Auf­trag­ge­ber gewe­sen, son­dern seine inzwi­schen nach eige­ner Aus­sage insol­vente Firma Wigoo UG. Und so bekam ich eine Vor­la­dung zur Poli­zei, war da, sehr net­ter Poli­zist, habe mei­nen Stand­punkt dar­ge­legt und bekam zwei Monate spä­ter Post von der Staats­an­walt­schaft, dass das Ver­fah­ren gegen mich ein­ge­stellt wurde. Inter­es­san­ter­weise ist nun von feh­ler­haf­ter Arbeit nicht mehr die Rede … aber nun ja. Mein Anwalt arbei­tet nach wie vor an der Ein­trei­bung der offe­nen Rech­nung, ich warte nur noch auf den Gerichtstermin.

Vom ande­ren Fall hatte ich schon berich­tet; ich hatte Frau P. aus Köln wegen Betru­ges ange­zeigt, weil sie mich auf Rech­nung beauf­tragt hat, obwohl sie gericht­lich bekannt insol­vent war – und die Rech­nung nicht beglei­chen wollte. Zum ers­ten Gerichts­ter­min im Okto­ber ist sie nicht erschie­nen, so dass ich am 11.1.2011 ein zwei­tes Mal nach Köln fah­ren musste. Da ich als Zeu­gin gela­den war, bekam ich für beide Ter­mine immer­hin meine Aus­la­gen in Form von 25 Cent pro gefah­re­nen Kilo­me­ter mit dem Auto plus 17 Euro pro Stunde Ver­dienst­aus­fall erstat­tet. Zum zwei­ten Ter­min erschien sie wider Erwar­ten, sogar mit Anwalt: Offen­sicht­lich hat ihr jemand erklärt, dass es nie eine Lösung ist, unan­ge­nehme Post zu igno­rie­ren und den Kopf in den Sand zu ste­cken. Und so wurde ich in den Sit­zung­saal geru­fen, der Rich­ter fragte, ob ich damit ein­ver­stan­den sei, wenn sie bin­nen zwei Mona­ten meine Rech­nung samt Aus­la­gen beglei­chen würde und dann wäre die Sache erle­digt – für sie die ein­zige Mög­lich­keit, einer Vor­strafe zu ent­ge­hen. Natür­lich war ich ein­ver­stan­den. Ich will ja nie­man­dem etwas Böses, son­dern nur mein wohl­ver­dien­tes Geld!

Und so ist die Bilanz, seit ich die­ses Blog habe, wie folgt: 3 säu­mige Kun­den haben mei­nen Bei­trag über sich gele­sen und ihre Rech­nun­gen samt Aus­la­gen begli­chen, diese drei Kun­den wer­den des­halb nicht mehr mit Namen genannt, eine Kun­din hat vor Gericht immer­hin zuge­sagt, zu zah­len, mal sehen, ob sie es auch tut, und somit ist von fünf säu­mi­gen Kun­den nur noch einer übrig. Das nenne ich Erfolg! Und den letz­ten krieg ich auch noch dran :-)

Inter­es­san­ter­weise übri­gens kamen alle erwähn­ten fünf Kun­den über my-hammer. Bin ich froh, wenn ich aus die­sem Laden im April end­lich raus bin!

 

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Aut­hor: Miriam Neid­hardt

Miriam Neid­hardt arbei­tet seit 1998 frei­be­ruf­lich als Diplom-Übersetzerin für Eng­lisch und Rus­sisch und ist Auto­rin von „Über­le­ben als Über­set­zer – Das Hand­buch für frei­be­ruf­li­che Über­set­ze­rin­nen” , erhält­lich nur bei Amazon.

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